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Theaterstück widmet sich Henry Dunant

09.09.07 (DRK)

Projekt des Fördervereins für Sanitätswesen gestartet

“Henry Dunant? Hat der nicht das Rote Kreuz erfunden?” Das wissen noch die meisten Zeitgenossen. Vielleicht auch noch, dass er etwas mit den Genfer Konventionen zu tun hat. Doch was hat er eigentlich genau getan zu seiner Zeit? Was war er für ein Mensch? Worin liegt das Besondere seines Handelns? Würde er die Welt sehen, wie sie heute ist - was würde er wohl von ihr halten? Und: Was würde er im Heute tun?
Diesen Fragen will man sich in den kommenden zwölf Monaten beim Deutschen Förderverein für Sanitätswesen widmen, und zwar in Form eines Theaterstückes. Am 1. September, dem Weltfriedenstag, gab der Vereinsvorsitzende Raymond Schulz den Startschuss - und übergab gleich symbolisch das Steuerrad der künstlerischen Leitung an den Köthener Autor Steffen de Cassandro. Raymond Schulz, der seit Jahren gute Kontakte zur Schweiz, dem Heimatland Dunants, hält, betonte die eine Seite des Stückes: “Es liegt uns am Herzen, unsere Mitmenschen mit der historischen Figur Henry Dunant vertraut zu machen. Er, der vom unbeteiligten Beobachter des Grauens der Schlacht von Solferino zum aktiv handelnden Helfer und Humanisten wurde; er, der ohne Rücksicht auf persönliche Konsequenzen in bis dahin nie da gewesener Weise schonungslos der Welt über das berichtete, was er sah und miterlebte; er war ein Mensch von der Art, wie wir sie heute brauchen. Vielleicht nötiger denn je.”

“Das Grauen jener Zeit, es war unmenschliches Gemetzel, unbeachtetes Elend, Hilflosigkeit; auf Solferino begrenzt, doch - fast unbeachtet - weltweit hundertfach wiederholt”, so de Cassandro.

Im Gegensatz zu Dunants Zeitgenossen könne man das Grauen der heutigen Zeit alltäglich sehen: verheerende Waldbrände in Griechenland, verletzte Menschenrechte in verschiedenster Form, menschgemachte Flut- und andere Klimakatastrophen. “Und das besonders Schlimme: Heute können wir alle wissen, und Mehrheiten tun trotzdem nichts. Außer vielleicht zuzusehen”, meinte der Autor.

Was ist aus dem geworden, was Dunant einst “anrührte”? Das würde ihn sicherlich interessieren, wenn er ins Heute käme. Rotes Kreuz, Roter Halbmond, Roter Kristall - es gibt Abertausende, die sich weltweit engagieren in seinem Sinne, ein Werk, auf das er stolz wäre. Ebenso wie auf “seine” Genfer Konventionen, die schon Abertausende Leben bewahrt haben.

Ehrenamtler und Laienschauspieler werden sie alle sein, die sich diesem Projekt widmen - einem Projekt, dass es immerhin der Aktion Mensch wert ist, über das Förderprogramm Die Gesellschafter unterstützt zu werden. Wer dabei mitmachen will, kann sich gern in der Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße 14a (Köthen/Anhalt - Anm. d. Red.) beim Verein melden. Ob und wie es den Machern gelingen wird, weitere Menschen wachzurütteln und mit Dunants Ideen und Idealen zu infizieren - darauf darf man sicher jetzt schon gespannt sein.

Mitteldeutsche Zeitung - 06.09.2007

Ein Kommentar

  • 1
    Klaus:

    Hat jemand ausführliche Informationen über den Deutschen Förderverein für Sanitätswesen?

    Habe mal das Internet durchforstet und bin aber nicht fündig geworden.

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